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Freaking Huge URL: Die Antwort auf obsessives Linkverkürzen

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Dafür, dass Linkverkürzer wie TinyURL, is.gd, tr.im, arm.in und Co. zu eigentlich nichts weiter taugen, als eine lange URL twittergerecht einzudampfen, gibt es reichlich viele davon. Jetzt hat ein Programmierer die Inflation der URL-Shortener ironisch aufgegriffen und den Linkverlängerungsdienst Freaking Huge URL erfunden.

Internet-Adressen normaler Länge können wahlweise in drei Stufen aufgeblasen werden: ”Huge“, ”Freakin‘ Huge und ”Holy Crap“. Die Frage nach dem Sinn beantwortet Erfinder Jeremy Mitchell in den FAQs: ”I’m really not sure“.

via popkulturjunkie via lifehacker

Die Logik so manchen Geschäftsmodells – so es denn eines gibt – hinter den URL-Verkürzern zweifelt in einem ernstgemeinten Beitrag auch The Next Web an. Das Argument, ”Premium-Accounts“ mit statistischer Auswertung anzubieten, ziehe nicht, denn nur einen Click weiter gebe es immer eine kostenfreie Alternative:

One theory is that these Short URL services seem to know where everyone is going, at what moment, and that this data is worth a lot of money. It is a nice theory but there are a LOT of companies who know a LOT more about where everyone is going.

Google, anyone? Or what about Alexa? Or Facebook, with 200+ million members who all share links, knows a lot more about its members AND what they are doing and sharing than all the short URL services on the planet. No dice.

Über das Geschäftsmodell des deutschen Dienstes arm.in von Armin Hierstetter habe ich vor einigen Tagen schon geschrieben: Die Crux mit den Frames: arm.in wird ausgebaut.

Und hier ist eine Liste der Vor- und Nachteile diverser URL-Shortener.

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Die Crux mit den Frames: arm.in wird ausgebaut

Am Dienstag machte es noch die Runde: Die Linkverkürzungsdienst arm.in des Münchner Webgründers Armin Hierstetter ging bei eBay für 3.599 Euro unter den Hammer.

hierstetter

Doch nun ist der Deal mit ziemlicher Sicherheit geplatzt, denn der Käufer hat sich bisher noch nicht gemeldet, wie mir Hierstetter soeben bestätigte. Und darüber ist der ehemalige Journalist, der sein Geld inzwischen mit seinem virtuellen Marktplatz für Werbe- und Synchronsprecher bodalgo.com verdient, eigentlich sogar ganz froh. ”Ich habe arm.in zwar nur nebenbei in 40 Stunden programmiert, um so etwas mal auszuprobieren”, sagt der Gründer, ”doch vom Auktionspreis war ich schon etwas enttäuscht”.

Falls sich der Käufer nicht doch noch ganz schnell meldet, will Hierstetter seinen URL-Shortener jetzt ausbauen und vermarkten. Schon seit einigen Wochen ist bei arm.in eine Neuerung zu sehen. Wer auf einen Link klickt, der mit http://arm.in beginnt, landet nicht mehr wie früher auf der Original-Website mit der Original-URL, sondern auf einer Website, die in einem Rahmen (Frame) von arm.in dargestellt wird. Außerdem wird unterhalb der Browserbar eine Toolbar von arm.in angezeigt, in der man weitere Webadressen verkürzen kann, ohne auf die arm.in Homepage zu gehen. Der Frame und die Toolbar verschwinden erst dann, wenn man sie aktiv wegklickt.  Künftig soll der Dienst für Nutzer auch weiterhin kostenfrei bleiben, aber registrierte Nutzer werden sich vor jedem zu verkürzenden Link aussuchen können, ob oben in der Browserleiste die Original-URL oder die arm.in URL mit Frame und Toolbar zu sehen sein soll, wenn man auf den Link klickt. Die Toolbar soll an Werbekunden vermarktet werden.

Schon jetzt nutzt der Medienbranchendienst turi2 ausschließlich arm.in, das eine Trackinglösung anbietet. Damit kann man nachverfolgen, wie oft die verkürzten Links angeklickt wurden. turi2 vemarktet durchaus nicht unumstritten Werbung in seinem Twitterstream und kann auf diese Weise seinen Werbekunden nachweisen, wie oft auf die Links in den werblichen Tweets geklickt wurde.

Die Crux bei den Frames ist allerdings, dass Suchmaschinen nicht mehr die Originalsite auswerten, sondern den Frame. Wenn ich zum Beispiel bei Twitter mit einem arm.in Link auf diesen Blogbeitrag verlinke, und 100 Twitter-Nutzer klicken auf den Link, dann misst Google nicht für dieses Blog 100 Besucher mehr, sondern ordnet den ”Link Juice“ (Besucherverkehr) arm.in zu, , dann ist zumindest unklar, inwieweit der Inhalt innerhalb des Frames noch nach relevanten Keywords durchsucht wird, was nicht in meinem Interesse sein kann, weil eine attraktive Platzierung in den Google- Trefferlisten auch von den Keywords abhängt.

maske

In den USA hat die Social Bookmarking und Nachrichtenbewertungsplattform Digg, die ebenfalls Frames und eine Toolbar anbietet, wegen dieses Verfahrens großen Unmut provoziert, wie ReadWriteWeb schreibt. Die Affäre wurde sogar schon ”Digg-gate” getauft.

Armin Hierstetter ist sich nach eigenen Angaben erst vorhin auf meine Anfrage hin dieser Problematik bewusst geworden. Er will aber nicht grundsätzlich von der Frame-Lösung abrücken, sondern jedem Nutzer im Rahmen des neuen Premium-Modells Varianten zur Wahl stellen. Eine faire Lösung, wie ich finde, wenn er dann noch deutlich auf die Varianten und ihre verschiedenen Auswirkungen hinweist.

Das Erstaunliche am Phänomen Linkverkürzer: Dafür, dass die meisten kein Geschäftsmodell haben, gibt es erstaunlich viele davon. Die steigende Beliebtheit lässt sich eigentlich nur durch Twitter erklären, weil es bei 140 zur Verfügung stehenden Zeichen wirklich auf jedes eingesparte Zeichen ankommt. Hierstetter operiert also mit einem kleinen Dienst auf einem hart umkämpften Markt und ist zudem noch benachteiligt, weil auf beliebten Twitter-Clients aus den USA wie Tweetdeck oder Twhirl nur amerikanische URL-Shortener wie Tiny-URL, bit.ly, is.gd oder tr.im vorinstalliert sind, nicht aber das deutsche arm.in.

Eine gute Übersicht über die verschiedenen Linkverkürzer und ihre Eigenschaften wie “301 redirect” (führt zur Original-URL) findet man bei Searchengineland. Mein Lieblingsdienst ist übrigens tr.im: simpel, kurz, bietet Tracking und nutzt keine Frames.

Welche Linkverkürzer nutzen Sie? Was halten Sie von Frames und der Frame-Problematik?  Über Ihre Meinungen und Anregungen in den Kommentaren freue ich mich.