Archiv der Kategorie: Linktipps

Linktipps zum Wochenstart (14)

Top-Tipp:

Why we link: A brief rundown of the reasons your news organization needs to tie the Web together

Der Journalismus-Innovations-Spezialist Ryan Sholin führt bei BeatBlogging.org für journalistische Webportale fünf exzellente Gründe für das Verlinken auf andere Websites auf. Einer davon: ”Auf Quellen und weitere Ressourcen zu verlinken, setzt das deutlichste Signal, ein Netzbürger (oder eine Netzinstitution) zu sein und nicht nur ein weiteres Produkt.“

Weitere Tipps:

Blog bleibt Blog

Spiegel Online berichtet über True/Slant, ein US-Projekt, das Journalisten hilft, mit ihren eigenen Blogs vermarktbare Marken im Internet zu werden, und kommt zum Fazit: ”In einer Medienwelt, in der das Refinanzierungsmodell des größten Branchenzweiges kollabiert, werden professionelle Schreiber nach neuen Wegen suchen müssen, ihren Lebensunterhalt zu verdienen.“

5 Ways a Community Manager Can Help Your Media Outlet

Mediashift benennt fünf Aufgaben für einen Social Media Redakteur, u.a.:

  • Journalisten anleiten, Konversationen im Netz und mit Nutzern zu führen
  • ein kommunikatives Webdesign gestalten
  • neue Formate entwickeln, die (Live-)Kommunikation unterstützen.

Vor zwei Wochen hatte die New York Times bekanntgegeben, dass sie ab sofort eine Social Media Redakteurin beschäftigt.

In defence of paywalls (a thought experiment)

Befürworter von Paid Content im Web sollten sich die Empfehlungen von Paul Bradshaw auf dem Online Journalism Blog ansehen, unter anderem: „einzigartige und wertvolle Inhalte schaffen, für welche die Nutzer bereit sind, zu bezahlen“ und  „nicht ausschließlich auf Inhalte setzen, sondern auch auf Dienstleistungen.“

Charging (a lot!) for news online

Eine ungewöhnliche Preispolitik verfolgt die Zeitung Newport Daily News im US-Bundesstaat Rhode Island. Ein Jahres-Printabo  kostet 145 Dollar, das Printabo plus vollen Zugang zur Website 245 Dollar und der Webzugang alleine 345 Dollar. Richtig gelesen: Wer zusätzlich die gedruckte Zeitung bezieht, spart 100 Dollar. Ob die Strategie des verkappten Zwangsabos aufgeht, bleibt abzuwarten: Bisher sind alle Abonnenten noch im kostenlosen 30Tage-Probestadium.

A.P. in Deal to Deliver Nonprofits’ Journalism

Eine Beispiel für künftige Finanzierung von Qualitätsjournalismus: Die Nachrichtenagentur AP unterstützt ab 1. Juli vier nicht-kommerzielle investigative Nachrichtendienste in einem vorerst sechsmonatigen Experiment, berichtet die New York Times. Die Mitglieder der AP können die Beiträge kostenfrei verwenden.

Newspapers Need a Galileo

Dan’s Diner vergleicht die Perspektive der Verlage (= das eigene Zeitungsportal im Zentrum des Internet) mit der geozentrischen Weltsicht der katholischen Kirche bis zur Renaissance: ”Zeitungsportale spielen immer noch eine wichtige Rolle im Netz, aber bis ihnen klar wird, dass sie nur Teil eines größeren Ganzen sind, unterliegen sie einer Illusion.“

10 Steps to Saving Newspapers

Mark Glaser von Mediashift hat seine ursprünglich getwitterten 10 Schritte zur Rettung der Zeitungen nochmal  gesammelt auf sein Blog gestellt.

Linktipps zum Wochenstart (13)

Top-Tipp:

Ein Text für den Preis einer Kippe

Jürgen Neffe hat für Spiegel Online eine fundierte Analyse über die Zukunft des (Print-)journalismus geschrieben. Darin nimmt er erstens das vor allem in der Zeit in Mode gekommene Web-Bashing wohltuend sachlich auseinander. Zweitens argumentierte er, dass die Presse an ihrer Krise selbst schuld ist. Sie hat nicht einmal den Versuch unternommen, flexible Micropayments, und seien sie auch freiwillig, einzuführen. Neffes konstruktiver Ausblick:

Guten Journalisten, gerade auch schreibenden, verspricht die Zukunft aufregende Zeiten. […] Wie kaum einer anderen Berufsgruppe bietet sich ihnen in diesem Moment die einmalige Chance, ihre Branche selber neu zu erfinden und ihre Zunft zu retten, wenn sie das Internet nicht als Problem, sondern als Lösung begreifen.

Ein bedrohliches Element:

Eine völlig neue Balance zwischen Preis und Leistung wird sich etablieren. Sobald der Markt über die Lesequote von Autoren und Anbietern entscheidet, setzt ein Verdrängungswettbewerb ein, wie ihn die Zunft noch nie erlebt hat.

Weitere Tipps:

How the web changed the economics of news – in all media

Paul Bradshaw vom Online Journalism Blog hat die wichtigsten Parameter des digitalen Medienwandels zusammengestellt. Das ist alles nicht ganz neu (orientiert sich stark an den Thesen von Jeff Jarvis), aber sehr übersichtlich und präzise formuliert. Mit guten Links.

Die intellektuelle Elite weiß nichts vom Internet

Wer den Heidelberger Appell („ein Dokument der Angst und Faktenferne“) unterzeichnet hat, hat ihn nicht verstanden, argumentiert David Harnasch im Tagesspiegel. Bei ”Open Access“ gehe es ausschließlich um die freie Publikation wissenschaftlicher Texte, die mit öffentlichen Mitteln gefördert wurden. Mit Googles ”Book Search“ habe das nichts zu tun.

Und, wer bezahlt Journalismus?

Eva Schweitzer, freie US-Korrespondentin glaubt nicht, dass Online alleine guten Journalismus hervorbringen kann. In der gedruckten Zeitung finanziert der anzeigenträchtige Teil den weniger anzeigenträchtigen mit. Im Internet funktioniere das nicht mehr:  „Wer lesen will, wie viel Geld Lobbyisten von AIG an den Kongress gegeben haben, klickt noch lange nicht auf die Fotostrecke mit Paris Hilton. Das ist der Kern der Krise.“

@Deutsche Welle Global Media Forum: Still space for in-depth journalism?

Beim Global Media Forum der Deutschen Welle ging es zweieinhalb Tage lang trotz des Mottos ”Conflict Prevention in the Multimedia Age“ auch viel um den digitalen Wandel und die Zukunft des Journalismus an sich. Kevin Anderson, Blog Editor des Guardian, hat in einem unglaublichen Output über den Kongress berichtet. S. verlinkte Überschrift, sowie hier und hier.  Anderson diskutierte auch auf dem Panel „Social Media Journalism“. Einen Bericht darüber gibt es bei Medial&Digital.

Why The New York Times Doesn’t Call Its Readers ‚Readers‘

AdAge hat mit den Spezialisten gesprochen, die sich bei der New York Times immer neue Schnittstellen (APIs) ausdenken, programmieren und mit Inhalten füllen. Die Nutzung ist entweder kostenpflichtig (ein kleiner Teil) oder sollen Links und Traffic zur Website generieren. Die kostenfreie Variante scheint gut zu funktionieren: 162.000 externe Websites linken an einem durchschnittlichen Tag (!) zur NYT.

What skills are most important for an online journalist?

Acht wichtige multimediale und soziale journalistische Fähigkeiten für die Zukunft listet das australische Blog News Frontier auf. Andere Reihenfolgen in den Kommentaren.

A Brief History of Social Media

Die sozial-mediale Revolution begann schon in den 50er Jahren mit den ersten Phone Phreaks. Wie es von da an bis heute weiterging, beschreibt der Social Media Rockstar in einem anschaulichen Rückblick.

Linktipps zum Wochenstart (12)

Top-Tipp:

Googles neues Kommunikationstool Wave macht Schlagzeilen (und nicht nur, weil Google damit Microsofts neuer Suchmaschine Bing auf geniale Weise die Schau gestohlen hat). Mashable hat Wave schon recht ausgiebig getestet. Ohne Wave schon testen zu dürfen, sind auch Konrad Lischka bei Spiegel Online , Markus Spath bei netzwertig und Handelsblatt-Blogger Thomas Knüwer sehr angetan von der kollaborativen Software. Knüwers Prognose: ”Diese Art Software könnte die Arbeit von Journalisten grundlegend verändern.“ Wer anderthalb Stunden Zeit hat, sollte sich auch die Präsentation von Wave auf der Google-Konferenz I/0 ansehen (ca. ab Minute 6).

Weitere Tipps:

4ip: A lifeline for the UK’s creative digital businesses?

Mit stolzen 20 Millionen Pfund für die nächsten drei Jahre ist 4ip ausgestattet – die digitale Projektabteiligung des britischen Privatsenders Channel 4 – berichtet der Guardian. Eines der Ziele von 4ip: dafür sorgen, dass britische Websurfer genügend attraktiven Content auf britischen Webseiten finden. Momentan verbringen die Briten nämlich 80 Prozent ihrer Online-Zeit auf US-Seiten. 4ip unterstützt auch lokale Community-Websites. Details zu aktuellen Projekten hier im Guardian.

Getting Money from Readers Who Won’t Pay for Online News

Steve Outing nennt in Editor&Publisher ein gutes Argument gegen Paid Content von Verlagen im Web: In der Link-Ökonomie vermindert das Einmauern kostenpflichtiger Beiträge ihren Wert, da sie der öffentlichen Diskussion entzogen werden. Warum sollen Abonnenten für Beiträge bezahlen, die sie nicht mit anderen teilen können, fragt sich der Medienspezialist.

What Google Doesn’t Know (and never will)

Gary Goldhammer, Interaktiv-Experte der PR-Agentur Edelman in Los Angeles und Ex-Journalist, will beides: gute und gezielte Suchergebnisse im Netz plus Perlen des Journalismus, nach denen er aber niemals selbst gesucht hätte und die ihm Google deshalb auch nicht liefern kann.

Gegen die Kopier-Mentalität

Medienjournalist Daniel Bouhs berichtet in der Frankfurter Rundschau über eine Art Online-Razzia der Nachrichtenagentur AFP. Kommerzielle Websitebetreiber, die AFP-Meldungen ohne Lizenz verbreiten, erhalten in diesen Tagen kostenpflichtige Abmahnungen.

Erfolgsfaktoren von Buchhandlungen ins Internet übertragen

Verlagsberater Leander Wattig macht sich Gedanken darüber, wie Buchhändler die seiner Meinung nach wichtigsten Offline-Erfolgsfaktoren (Lage und Beratung) ins Internet übertragen können. (Erste Folge seiner neuen monatlichen Kolumne ”Leander Wattigs Buchnotizen“ bei Upload.)

On the Street and On Facebook: The Homeless Stay Wired

Eine sagenhafte Geschichte im Wall Street Journal über Obdachlose in New York und San Francisco, die notgedrungen auf vieles verzichten, nicht aber auf ihren Laptop sowie auf Ideen, um ins Netz zu kommen.

Cover Story: Finger Painting

Jorge Colombo, Grafiker der Zeitschrift The New Yorker, zeichnete das Cover der jüngsten Ausgabe per Zeigefinger und einer iPhone-Applikation. Die Handy-Software („Brushes“) hat in einem sehenswerten Video zugleich festgehalten, wie Colombo gezeichnet hat.

Linktipps zum Wochenstart (11)

Top-Tipp

Who exactly is killing the press

Was würde Hearst tun? Der innovative US-Medienmogul William Randolph Hearst, lebte er heute noch, hätte längst den Online-Kleinanzeigendienst Craigslist aufgekauft (oder selbst entwickelt), ein funktionierendes Micropayment-System für Online-Inhalte installiert und Heerscharen von lokalen Bloggern rekrutiert. Zu diesem Schluss kommt James Fallows von The Atlantic im regen Gedankenaustausch mit Kollegen, nachdem das Pew Center eine Studie zu dramatischen Einbrüchen der Anzeigenumsätze von Zeitungen veröffentlichte. Fallows‘ Beiträge zu diesem Thema in der Reihenfolge: Teil 1, Teil 2, Teil 3.

Weitere Tipps:

A Latte with Journalism on the Side

Über ein tschechisches Projekt, hyperlokalen Journalismus mit Stadtteil-Cafés zu verbinden, finanziert von der Investmentfirma PPF Group, berichtet die New York Times. “The position of the journalist is not just to be observing and writing something on the newspaper or on the Web, but also to help people have the tools to do something in their community“, zitiert die NYT den Projektverantwortlichen. Deutschsprachige Zusammenfassung bei bigtrends.

How the newspaper industry threw away its lead in online search engines

Zeitungen sind selbst schuld, dass ihre originären Webinhalte von den Algorithmen der Suchmaschinen nicht gegenüber Duplikaten und Zusammenfassungen favorisiert werden, argumentiert Robert Niles im Online Journalism Review. Das  Verschieben von Beiträgen hinter Pay-walls zerstört Links.

Lens: new photo blog on NYTimes.com

Die New York Times hat ein weiteres hochwertiges Web-Projekt gestartet: das Fotoblog Lens. Auf der großformatigen Flash-basierten Plattform, die an das Projekt The Big Picture der NYT-Schwesterzeitung The Boston Globe erinnert, kommen Fotos besonders gut zur Geltung.

New York Times und Wall Street Journal suchen Wege aus der Gratisfalle

Mit iPhone-Applikationen und mobilen Lesegeräten versuchen das Wall Street Journal und die New York Times, die Lesern zum Bezahlen zu verlocken. Neue mobile Präsentationswege seien dafür der einzig erfolgversprechenden Weg, sagen Experten. Der Zug im Web sei abgefahren. Mehr im Handelsblatt.

Facebook und Twitter leiten Leser auf Nachrichtenseiten

Soziale Netzwerke werden – richtig eingesetzt – immer wichtiger für den Traffic auf Nachrichtenwebsites und können dazu beitragen, die Abhängigkeit von Google von verringern. Netzökonom Holger Schmidt von der FAZ analysiert die Hitwise-Daten für Großbritannien.

Scribd Store: Geld verdienen mit dem „YouTube für Texte“

”Mehr als fair“ findet das Upload Magazin die Konditionen des neuen Scribd Store für Autoren und Verlage:  „Man bestimmt den Verkaufspreis selbst und bekommt 80 Prozent der Einnahmen ab. Bei Amazon sehen die Verleger und Autoren dagegen gerade einmal 30 Prozent der Einnahmen wieder – teilweise soll es noch weniger sein.“

Bloomberg Forbids Mentioning Competitors, or Linking to Them

Mit seinen Regeln, was die Redakteure in sozialen Netzwerken alles NICHT tun dürfen, schießt der Nachrichtendienst Bloomberg weit über das Ziel hinaus und beweist damit vor allem, dass er den Paradigmenwechsel im Austausch mit den Nutzern nicht verstanden hat. Details bei Valleywag.

Linktipps zum Wochenstart (10)

Top-Tipp:

Ausgepresst?

Die Kommunikationswissenschaftler Leif Kramp und Stephan Weichert, Autoren des neuen Interviewbands „Wozu noch Zeitungen?“, analysieren für das SZ-Magazin acht Probleme des Printjournalismus (u.a. Papier und Finanzinvestoren) und benennen mögliche Lösungen (u.a. Stiftungen und genossenschaftliche Beteiligungen).

Weitere Tipps:

Tick, tick, tick

Jeff Jarvis hält die Überlegungen  der New York Times, Gebühren für die Nutzung ihrer Website mit einem Seitenaufrufzähler oder Wortzähler zu verknüpfen, nicht nur für kontraproduktiv, sondern für einen geradewegs verzweifelten Versuch, im Web Geld einzutreiben. Einzelheiten beim New York Observer.

Newspapers: There is No Magic Bullet

Es gibt keine Patentlösung („magic bullet“) für Bezahlmodelle im Web, argumentiert Mark Potts bei The Recovering Journalist. Für viel interessanter hält er folgende Felder, in welche die Massenmedien seiner Ansicht nach zu wenig Ressourcen investieren: Nachrichten-Aggregation (vor allem auf lokaler und sublokaler Ebene), Suchmaschinenoptimierung, Verbreiterung der Anzeigenkundenbasis, Distribution auf mobilen Endgeräten.

Zeitung 2.0 in der New York Times

Netzökonom Holger Schmidt hat auf seinem FAZ-Blog kurz und bündig die Zukunftsprojekte der New York Times zusammengefasst. Weiterführende Links am Textende.

Charity-Journalismus: Interview mit Spot.us-Gründer David Cohn

Steffen Leidel hat für das Ausbildungs-Blog lab der Deutsche Welle ein interessantes Interview mit David Cohn, dem Gründer der spendenfinanziertes Journalismus-Plattform Spot.Us in San Francisco geführt. In den sechs Monaten seit Start wurden 23 Geschichten finanziert. Die größte Spende in Höhe von 2500 Dollar gab es für einen Faktencheck zu politischen Werbeanzeigen.

Wolfram Alpha and other ways to enhance database journalism

Das Nieman Journalism Lab in Harvard untersucht, wie die neuartige Suchmaschine Wolfram Alpha (Start war 16.5.) den Datenbank zentrierten Journalismus (database journalism) befördern kann und plädiert dafür, die Nutzer in die Daten-Aggregation  und -Aufbereitung einzubinden. Die Zeit hat ein Interview mit dem Erfinder Stephen Wolfram geführt. Bei tvundso gibt es bereits eine Aufstellung kurioser und philosophischer Fragen, mitsamt den teilweise erstaunlichen Antworten, die Wolfram Alpha dabei ausspuckt.

interview2, Jakob Augstein, Der Freitag

Sechs lohnenswerte Minuten lang ist dieses Videointerview, das turi2.tv mit dem Freitag-Gründer Jakob Augstein geführt hat. Augstein hält die Web-Community des Freitag mit ihren derzeit rund 15.000 Mitgliedern für das lebendige Herz der Zeitung, auch wenn in Print das Geld verdient wird. Man brauche beides, betont der Verleger und rät seinen Branchenkollegen zu mehr Investitionen in Communities.

Grenzenlos erreichbar

Yourzz.fm ist eine Mitte Mai gestartete neue multimediale Jugendmarke der westfälischen Verlagsgruppe von Dirk Ippen. 14 Lokalausgaben von Zeitungen und zwei Lokalradios bündeln Informationen und stellen sie gemeinsam auf die Webplattform yourzz.fm. Zusätzlich gibt es Print- und Radioflächen für die neue Marke. Die Fachjournalistin Inge Seibel-Müller berichtet für Hörfunker.de und hat die Macher interviewt. Mit einem der Programmverantwortlichen, Andreas Heine, Chefredakteur des Iserlohner Lokalradios, haben auch Daniel Fiene und Herr Pähler von Was mit Medien gesprochen. Bei ihnen gibt es auch erste Höreindrücke von Yourzz.fm (beides in der Podcast Folge 175 ab Timecode 24:50).

Linktipps zum Wochenstart (9)

Top-Tipp:

Wozu Zeitung? – Das Netz diskutiert

Mit dieser Aktion hat das SZ-Magazin eine Diskussion über die Zukunft der Zeitung in Gang gebracht. Die Texte des Online-Dossiers können und sollen von anderen Webseiten übernommen werden, wovon sowohl Blogs als auch klassische Nachrichten-Webportale bemerkenswert viel Gebrauch machen. Die Beiträge sind allerdings von unterschiedlicher Qualität, was auch im Netz thematisiert wird. Vorzüglich ist „G wie Google“ (wieder mal ein Interview mit Jeff Jarvis). Die Qualität anderer Texte kritisieren unter anderem Stefan Niggemeier und Klaus Meier. Im Beitrag „M wie Moot“ wird der Gründer der Web-Plattform 4chan.org interviewt – angeblich wurde ”Moot“ von den Lesern des Time Magazin „zu einer der bedeutendsten Personen der Welt gekürt“. Allerdings wurde die Website manipuliert. Mehr dazu bei Carolin Neumann.

Weitere Tipps:

Looking to Big-Screen E-Readers to Help Save the Daily Press

Die New York Times sieht im großformatigen E-Reader Kindle DX Chancen, zahlende Abonnenten zum Umstieg von Print auf das elektronische Medium zu bewegen und mittelfristig Druck- und Vertriebskosten zu sparen. CNET, PC World und All Things Digital sind skeptisch. Deutschsprachige Zusammenfassung der Diskussion bei newsroom.

„Es mischen sich jetzt Online- und reale Welt“

Thomas Knüwer vom Handelsblatt hat ein Interview geführt mit Franziska Heine, Inititiatorin der erfolgreichen Online-Petition gegen das Vorhaben von Ursula von der Leyen, Netzsperren gegen Kinderpornografie zu errichten. Das Interview unterscheidet sich von Berichten einiger anderer Medien über die Petition, weil der Interviewer Ahnung vom Thema hat. Zuvor hat auch Sascha Lobo Heine interviewt.

Die Diskussion mitgestalten

Peter Sennhauser kritisiert in diesem lesenswerten Beitrag bei medienlese, dass sich die klassischen Medien aus der Debatte über den Paradigmenwechsel von reinen Medien-Konsumenten zu Rezipienten und Produzenten weitgehend heraushalten, sobald ihr eigenes Selbstverständnis berührt ist. Nachdruck aus dem neuen Schweizer Medienmagazin Edito.

Die Zukunft des Journalismus

Arianna Huffington sprach Anfang Mai vor dem US-Senat über den Medienwandel. Lab, ein Gemeinschaftsblog von Redakteuren der Deutsche Welle verlinkt und kommentiert ein Video und die Abschrift der Rede der Huffington Post-Chefin.

Chicago Now

Ein neues Online-Projekt der Chicago Tribune, das im Sommer 2009 starten soll. Chicago Now soll eine Mischung aus Huffington Post und Facebook werden – mit Nachrichtenaggregation auf einer Social Media Plattform. Der Link führt zum Eigenwerbe-Video. Bericht bei Meedia.

Execs reveal why newspapers don’t block Google

Viele Verlage beschweren sich über das Gebaren von Google, das mit Verlinken von fremden Inhalten eine Menge Geld verdient – 60 Millionen Dollar pro Jahr allein mit Werbung auf Suchergebnisseiten, die zu Forbes.com führen. Doch auch Forbes zieht nicht die naheliegende Konsequenz und verzichtet auf die Links von Google. CNET erklärt die Gründe.

“Overwhelmed and underinformed”? – 7 Thesen zur neuen Mediennutzung

Marketingberater Alex Wunschel hat seinen Blick über den Tellerrand diesmal dem Wandel des Mediennutzungsverhaltens gewidmet und lesenswerte Antworten von Nutzern zusammengestellt. Wunschel leitete einen der experimentellen Diskussionsräume des  „Public Future Lab“ beim Medientreffpunkt Leipzig.


Linktipps zum Wochenstart (8)

Top-Tipp:

Geschäftsmodelle für Online-Journalismus

Markus Hofmann, Redaktionsleiter des erfolgreichen Freiburger Online-Portals fudder, hat in einem gut strukturierten Überblick auf dem Blog der Axel Springer Akademie die besten Beiträge zu neuen Verlags-Geschäftsmodellen im Internet zusammengetragen und kommentiert.

weitere Tipps:

„Das alte System ist kaputt“

Alan Rusbridger, Chefredakteur des Guardian, schildert auf Einladung des Berliner Instituts für Medienpolitik seine Vorstellungen von künftigem Journalismus. Sein Rat: Journalisten müssten sich aus der Position von Experten, die wohldosierte Wissensportionen an Leser austeilen, verabschieden. Unbedingt sehenswert ist auch der achtminütige Videomitschnitt von Carta.

25 Dollar für eine Geschichte

Die Berliner Zeitung berichtet über „Spot.Us“ – ein Projekt des jungen Journalisten David Cohn in San Francisco, bei dem die Nutzer mit Spenden Recherchen zu ihren Wunschthemen finanzieren. Erst wenn eine Recherche finanziert ist, ziehen die Reporter los. Die Startphase verläuft bisher vielversprechend.

Dämpfer für Twitter: 60 Prozent der Nutzer kehren nicht zurück

Netzökonom Holger Schmidt analysiert die Daten des Marktforschungsunternehmens Nielsen. Demnach kommen fast zwei Drittel der Twitter-Neulinge, die ein Nutzerkonto anlegen, nie wieder. Fraglich ist, wie valide die Studie ist: Nutzer von Tweetdeck, Thwirl und Co. werden nicht mitgezählt.

The Next Twitter or Facebook is the Open Web

Steve Rubel entwirft ein Szenario auf der Grundlage von Studien von Forrester Research: Twitter und Facebook sind Übergangsplattformen auf dem Weg ins offene Netz, wo jede Website individuelle filterbare soziale Funktionen enthält, sofern der Nutzer das möchte.

Chicago Tribune news staff raise concerns about subscribers getting look at news stories

Die Marketingabteilung der Chicago Tribune hat im Zuge der diskutierten journalistischen Zukunftskonzepte mit mehr Nutzerbeteiligung Fakten geschaffen und Leser hinter dem Rücken der Redaktion gefragt, welche der geplanten Texte veröffentlicht werden sollen. Die Redaktion befürchtet, dass der Verlag Themen an einer Beliebtheitskala und an den Interessen von Anzeigenkunden ausrichten will.

Einnahmemodelle, Verlagsservices (die NYT, Archiv)

Medienberater Hugo E. Martin macht sich Gedanken darüber, warum Bezahlmodelle für Zeitungsarchive so schlecht funktionieren. Die NYT hätte mit diesem Kunden eine stattliche Summe verdienen können – wenn ihre Preisgestaltung bloß individueller an seinen Bedürfnissen ausgerichtet wäre.

Die Netzanbeter

Susanne Gaschke hat für die FAZ einen ziemlich verqueren Beitrag über das Internet geschrieben. Das wäre nicht weiter erwähnenswert, außer wegen der guten Kommentare unter dem Text und der vorhersehbar scharfzüngigen Repliken auf Blogs, zum Beispiel hier und hier.

Nachtrag vom 5.5.09: Die FAZ hat Gaschkes Beitrag mit allen Kommentaren kommentarlos gelöscht. Eine Debatte darüber war wohl nicht erwünscht. Schade! Und auch aufschlussreich…

Public Future Lab

Der Medientreffpunkt Mitteldeutschland (4. bis 6. Mai in Leipzig) hat sich ein neues Konzept ausgedacht: In einem Laboratorium mit verschiedenen Kommunikationsräumen (Blogs, Twitter, Social Networks etc.) soll die Zukunft klassischer Medien erprobt werden. Ab Dienstag könnte es interessant sein, dort mal reinzuschauen.

Linktipps zum Wochenstart (7)

Topp-Tipp:

Deutschland degeneriert in ein Entwicklungsland (Teil 1 von 3)

Marcel Weiss von netzwertig.com argumentiert, dass die deutsche Gesellschaft und insbesondere die Bundesregierung in keinster Weise auf die Umwälzungen durch das Internet vorbereitet ist. Der Beitrag bezieht sich auf den ebenfalls lesenswerten Artikel ”Der Kampf der Kulturen“ von Ralf Bendrath bei netzpolitik.org.

Weitere Tipps:

Breaking News Online: How two Pulitzer finalists used the web

Das Niemann Journalism Lab (Harvard) erklärt, wie zwei Pulitzer Preisträger in der Kategorie ”Breaking News“ die Möglichkeiten des Web ausreizten.  Beim Houston Chronicle stand Wissenschafts-Blogger „SciGuy“ mit seiner Expertise im Mittelpunkt. The St. Louis Post-Dispatch kombinierte extreme Schnelligkeit mit multimedialen Präsentationsweisen.

Bei Twitter entsteht eine neue Elite

Der selbst ernannte ”Antichrist des Web 2.0″ Andrew Keen relativiert im Interview mit Spiegel Online seine früheren provozierenden Thesen gegen die Dumpfheit der Masse im Web 2.0. Jetzt sieht er die Gefahr einer digitalen Spaltung durch Twitter: Die Elite nutzt den von ihm früher verspotteten Microblogging-Dienst nicht basisdemokratisch, sondern als persönliches Massenmedium.

Your Guide to Local Watchdog News Sites

Mark Glaser stellt bei MediaShift (PBS) ausführlich verschiedene Modellversuche vor, in denen Journalisten verkleinerter oder eingestellter US-Lokalzeitungen versuchen, investigativen „Watchdog“-Lokaljournalismus im Internet weiterzuführen. Die Modelle reichen von Paid Content bis zur umfassenden Kooperation mit ”citizen journalists“.

6 Reasons the Guardian will Survive the Online Revolution

Der britische freie Journalist Mark Coughlan nennt in aller Kürze sechs überzeugende Argumente – mit denen sich mancher gestandene Chefredakteur und Verlagsmanager erst anfreunden müsste – warum der Guardian besser als andere Zeitungen für die digitale Zukunft gerüstet ist.

Newseum – World’s Most Interactive Museum

Eine Fundgrube für Freunde von E-Papers: Tagesaktuell mehr als 700 pdf-Ansichten der Titelseiten von Zeitungen aus aller Welt bietet das Internetportal des Zeitungsmuseums ”Newseum“ in Washington, DC. (via The Guardian).

Linktipps zum Wochenstart (6)

Topp-Tipp:

Jeff Jarvis on Tough Love

Jeff Jarvis räumt im Interview mit der Washington Post mit einem Missverständnis auf: Er sei kein Totengräber der Zeitungen, sondern vielmehr einer der Geburtshelfer eines neuen Journalismus im Internet. Allerdings hätte er diese Aufgabe lieber schon zehn Jahre früher übernommen. Nun sei es fünf vor Zwölf – oder später.

Weitere Tipps:

NewBizNews: Paid content models

Jeff Jarvis stellt auf seinem Blog Buzzmachine ein Projekt vor, dass neue Business Modelle für Verlage untersucht – von hyperlokalen Nachrichten bis zu Paid Content (an Letzeres glaubt er nicht). Das Projekt wird im Studiengang Journalismus der City University of New York (CUNY) durchgeführt, wo Jarvis unterrichtet.

The Certifiable Journalist

Auch in den USA ist ”Journalist“ ein freier Beruf. Doch mit der Abwanderung des Journalismus von Print ins Internet gibt es bei TechFlash Überlegungen, die Profis von den Amateuren unterscheidbar zu machen: Die Glaubwürdigkeit des Journalismus soll erhalten werden, indem der Status ”Journalist“ per Zertifikat  verliehen wird. Nicht jeder Blogger und „citizen journalist“ bestände die Prüfung. Interessante Debatte in den Kommentaren.

Using Data Visualization as a Reporting Tool Can Reveal Story’s Shape

Datenvisualisierung kann manchmal prägnanter als viele Worte eine Geschichte erzählen – zum Beispiel, in welchen Straßenzügen einer Stadt besonders viele Wohnungen luxusrenoviert werden. Ein Poynter Online Interview mit Sarah Cohen, Datenbank-Redakteurin der Washington Post. Mit Link zu einer pdf-Anleitung zur journalistischen Nutzung von Datenbank-Tools.

Newspaper Ad Revenue Could Fall as Much as 30%

Im ersten Quartal 2009 sind die Anzeigenumsätze der US-Verlage um 30 Prozent gesunken, schreibt die New York Times. Am schlimmsten hat es das nationale Blatt USA Today getroffen, während kleinere Zeitungen sich besser gehalten haben. Dafür liefert die NYT leider keine Begründung.

Geld verdienen in digitaler Buchbranche

Der Leipziger Verlagsberater Leander Wattig hat Chris Andersons Theorie „The Long Tail“ auf die Buchverlagsbranche übertragen. Seine Kernthesen: Digital publizierende Autoren sind nicht auf Verlage angewiesen – ein E-Book kann im Internet jeder verkaufen. Neue Autoren können sich eine Fanbasis aufbauen, indem sie Inhalte zunächst frei ins Netz stellen.

Blogger and Author Paul Carr speaks

Der wunderbar lakonisch twitternde Guardian tech writer Paul Carr (@paulcarr) hat seinen gesamten Besitz verkauft und lebt für ein Jahr  im Silicon Valley, auf der SWSX Interactive Conference in Austin oder wo sonst gerade die Webszene  pulsiert. Kara Swisher von All Things Digital hat mit Carr ein Interview über sein Leben als digitaler Nomade geführt.

The Web in Numbers: The Rise of Social Media

Facebook hat seine globalen Nutzerzahlen in weniger als acht Monaten auf 200 Millionen verdoppelt. Als Land hätte Facebook mehr Einwohner als Brasilien. Diese und weitere erstaunliche Wachstumsraten sozialer Netzwerke hat Mashable zusammengetragen.

Linktipps zum Wochenstart (5)

Topp-Tipp

Google in the middle

Nicholas Carr, Autor des vielbeachteten ”Atlantic“-Beitrags ”Is Google Making Us Stupid?“ vom Sommer 2008 greift hier zu kurz  mit seinem Vergleich von Google als einem Content-Zwischenhändler. Ich verlinke seinen Blogpost dennoch als Topp-Tipp, weil er eine lebhafte Debatte ausgelöst hat.

Do Not Blame Google, Newspapers Have Not Evolved

Louis Gray widerspricht Carr ebenfalls: Erstens hat Yahoo! News in den USA dreimal so viele Besucher wie Google News, aber niemand attackiert Yahoo! News als unfair. Außerdem profitieren TV-Sender laut Gray im Gegensatz zu Zeitungen sehr wohl vom Web, weil sie sich dort weiterentwickelt haben.

An After-Life for Newspapers

Mark Glaser von Mediashift hat für diesen interessanten Beitrag fünf ehemalige Zeitungsjournalisten aufgespürt und beweist, dass das Ende von Zeitungen keinesfalls das Karriereende adaptionswilliger und – fähiger Journalisten bedeuten muss.

Viele Mediendienste haben in den letzten Tagen über die Microsoft Web-Studie berichtet. ReadWriteWeb hat die Daten und ihre Implikationen sehr übersichtlich aufbereitet.

‘Hyperlocal’ Web Sites Deliver News Without Newspapers

Die New York Times berichtet über werbefinanzierte hyperlokale Webdienste wie Everblock und Outside.in, die Lokaljournalismus, Blogs und ortsbasierte Services aggregieren. Das Problem: Eine immer feinere Zielgruppenaufteilung geht auf Kosten der Reichweite.

The BBC’s latest web prototype: a show designed to be chopped up on the web

Die BBC experimentiert mit einem Videoformat für webinteressierte Nutzer über Netzpioniere. Produziert ausschließlich für das Netz, Zerstückelung in ”YouTube-Einheiten“ antizipiert und erwünscht. Beitrag mit Links zu den Downloads einzelner Folgen beim Guardian.

Tweenbots: Cute beats smart

Ein schönes Beispiel dafür, dass nicht nur die Weisheit der Masse, sondern auch das soziale Gewissen der Masse Computer-Algorithmen überlegen sein kann: New Yorker Kommunikationstechnologie-Studentin baut einen Holzroboter, der nur geradeaus rollen kann und schickt ihn auf einen Parcours quer durch einen Park. Der kleine Robo kommt ans Ziel, weil er niedlich aussieht und Passanten um Hilfe bittet. Gefunden bei O’Reilly.