Jeff Jarvis: US-Medienlandschaft als Frühwarnsystem

Früher hatten Bergleute unter Tage immer einen Käfig mit einem Kanarienvogel dabei – fiel der empfindliche Vogel von der Stange, waren giftige Gase im Stollen und die Bergleute konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen. Mit einem solchen Frühwarnsystem vergleicht Jeff Jarvis, New Yorker Medienprofessor, Topblogger und Autor („What would Google do?“) das US-Zeitungssterben in diesem interessanten Interview mit dem freien Journalisten und Café Digital-Herausgeber Dirk Kirchberg auf der next09.

Jarvis stellt drei typische Reaktionen auf den digitalen Medienwandel fest, die ihm immer wieder begegnen:

  • negieren (sinnlos)
  • jammern (unproduktiv)
  • den Wandel bejahen und darin Chancen für Innovation und neue Geschäftsmodelle entdecken (die einzig sinnvolle Reaktion).

”Anstatt sich zu beklagen, dass im Internet verlässliche Informationen so schwer zu finden sind, kann eine die Chance für Zeitungen darin liegen, sie auffindbar zu machen“, sagt Jarvis. Er selbst umarme geradezu den Wandel, das Internet habe ihm sozusagen zu einer zweiten Jugend verholfen.

Für 15 Minuten mit Jeff Jarvis und Dirk Kirchberg ins Video klicken.

via Café Digital

8 Antworten zu “Jeff Jarvis: US-Medienlandschaft als Frühwarnsystem

  1. Sehenswert – auch dass er die Aktivitäten der WAZ als richtig ansieht. Damit nimmt er eine wesentlich differenzierte Meinung ein, als viele Blogs, oder?

  2. Ich würde auch bei den Blogs differenzieren – manche sind differenziert, andere nicht. Und Jarvis hat erstaunliche Kenntnisse der deutschen Medienlandschaft – dabei spricht er kaum Deutsch. Er ist auch bestens informiert über die Bild Leserreporter mit Handykameras oder Burdas Online- und Social-Media-Netzwerk. Ich habe ihn auf der next09 auch interviewt, allerdings für Print / Online. Abschrift dauert noch ein paar Tage.

  3. 😉 Okay, natürlich ist eine Differenzierung sinnvoll.

    In meinen Feeds überwogen (vor allem Anfangs) die Kommentare von kritisch bis hämisch. Dann hatte ich das Thema nicht weiter verfolgt. Schon allein darum: Respekt!

    Problematisch: Er predigt vor Gläubigen und steht mit dem Rücken zu den Entscheidern in der Medienbranche.

  4. Danke übrigens für den ‚Qualitäts-Twitterer‘!

  5. @ralf

    Danke für den Hinweis auf off-the-record. Wobei die Debatte in den Kommentaren dort viel spannender finde als den Beitrrag von Spiesser Alfons…

  6. Pingback: Von Google den Weg zur Plattform Economy lernen - Interview mit Jeff Jarvis | Gründerszene

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