Je mehr WLAN, desto weniger Web2.0 – Kleine launige Nachbetrachtung zum ENC09

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Winners' Dinner beim ENC 09 Foto: Teresa Zötl http://www.momentfang.com

Was ist der Unterschied zwischen einem Webkongress und einem Medienkongress? Beim einem echten Webkongress wie „re:publica“ oder „LeWeb“ fällt wegen Überlastung desöfteren oder dauernd das WLAN aus. Das ist mittlerweile schon ein Running Gag auf solchen Veranstaltungen. Bei einer klassischen Medientagung funktioniert der drahtllose Internetzugang dagegen ohne Unterbrechung tadellos. Wohl auch deshalb, weil er relativ zum Besucheraufkommen kaum gebraucht wird.

So auch beim gestern beendeten ”European Newspaper Congress“ im wunderschönen historischen Wiener Rathaus.  Wir waren bei über 560 Teilnehmern nicht mal ein Dutzend aktive Twitterer vor Ort (ich habe für @mediummagazin getwittert). Gemeinsam haben wir unter dem Hashtag #enc09 wohl ein ganz gutes Stimmungsbild vom Kongress entstehen lassen. Aber eine Twitterwall hätten wir mit unseren Updates kaum füllen können. Abgesehen davon, dass meisten Teilnehmer durchlaufende kryptische Kurznachrichten auf einer Leinwand wohl auch recht ratlos angeschaut hätten.

Wenn ich auch manchen Ansichten von Zeitungschefredakteuren über das Netz überhaupt nicht zustimme – es ist zwischendurch gar nicht schlecht, sich mal wieder von der klassischen Medienwelt und ihrem viel skeptischeren und gemächlicheren Umgang mit digitalen Dingen erden zu lassen. Sozusagen als ein-nulliges Intermezzo vor der Web 2.0 Leitmesse next09 in der nächsten Woche.

pokenMeinen Poken habe ich zugunsten der gedruckten Visitenkarten übrigens lieber  zuhause gelassen. Der kleine Alien wird ja ab Dienstag in Hamburg noch genug Gelegenheit haben, zu glühen. Und meine – ganz traditionellen – Berichte vom „European Publishers Forum 2009“ (Teil 2: „Crossmediale Konzepte“) und vom „European Editor’s Forum 2009“ stehen jetzt online.

5 Antworten zu “Je mehr WLAN, desto weniger Web2.0 – Kleine launige Nachbetrachtung zum ENC09

  1. Ich selbst bin heuer leider nicht dabei, bin aber schon gespannt auf deine Berichte. Werde mich da morgen mal durchklicken.
    Liebe Grüße,
    Kathiza

  2. Würde mich auch Interessieren und über deinen Beitrag freuen..

  3. Also es ist durchaus gut, sich auch mal Erden zu lassen… Leider sind die Macher der klassischen Medien oftmals schon so geerdet, dass der Begriff Lähmung besser passt… Nur so ein Gedanke…

  4. Uli, kann dir nicht ganz zustimmen. Am ENC waren über 255 Endgeräte gleichzeitig an unseren zwei Access-Points angemeldet, was das Routing am zweiten Tag kurzfristig ins Trudeln brachte – aber wir hatten ja super Techniker mit, die das Problem sofort lösten. Die Verbindung war einfach deswegen so performant, weil wir mit 10 Mbit syncron direkt am Vienna Internet Exchange waren …

  5. Hi Thomas,
    ich sehe den Widerspruch nicht. Erstens habe die WLAN-Performance beim ENC ja nicht kritisiert. Außerdem bezieht sich meine Angabe „ein knappes Dutzend“ Nutzer nur auf die Live-Twitterer vor Ort. Mehr waren es wirklich nicht. Hinzu kamen noch andere, die unter dem Hashtag #enc09 mit ihren Kommentaren von außerhalb mitgetwittert haben.

    Dass in der Spitze mehr als 255 Endgeräte zeitgleich im Netz waren, glaube ich unbesehen. Dass ist relativ betrachtet trotzdem eher wenig im Vergleich z.B. zur re:publica, wo wirklich fast jeder mit einem Macbook oder netbook auf den Knien im Saal sitzt und live bloggt und/oder live twittert. Und gefrustet ist, weil das WLAN mal wieder nicht mitspielt.

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